Angemessen Angefressen – Niederlage beim TV Ehingen

Satz mit X wäre leicht untertrieben – Ganze Bücher könnte man füllen mit dem sogenannten X; das gleich zu Beginn wenig schön geredet wird in diesem Bericht, spiegelt hier entsprechend auch die enorme Enttäuschung in dieser frustrierenden Situation und die allgemeine Gemengelage. 1:3 Punkte.  Man steht gewiss erst am Anfang und eine Saison ist lang. Der sich selbst aufgebürdete Rucksack den man trägt, erscheint nun aber ungleich größer.
Ohne Daniel Achatz, Stefan Amann, Gabriel Partenheimer, Andi Wieland und Florian Dickgießer trat man dennoch gut besetzt in Ehingen an. Die gute Stimmung vor dem Spiel spiegelte sich in den ersten 20 Minuten auf dem Feld wieder. Eine souveräne 12-6 Führung. Zu keinem Zeitpunkt gab es hier Zweifel, wer heute entscheidet wie das Spiel ausgeht. 

Leider gilt so ein Satz aber auch für die ungewünschte Entwicklung eines Spielverlaufs.
Ob es mangels Erfahrung auf dem Feld dahin ging, oder einfach die Durchschlagskraft fehlte im Rückraum… Ob es die Chancenverwertung und fehlende Cleverness verschuldeten. Es war unerklärlich.
Auch mehrfache Torhüterwechsel brachten heute nicht die entscheidende Wendung. Am Ende ein „absoluter Totalausfall ab der 22. Spielminute bis auf Löchle und Krug“, resümierte der angeschlagene Tim Weitz, der zumindest seine schmerzhafte Blessur aus Halbzeit 1 noch während des Spiels verbessert sah. 
Unzählige „andere Faktoren“ machten es zudem unnötig schwer und ließen einen oft kopfschüttelnd und rätselnd zurück. Das zermürbt dann unglaublich. Welche „Faktoren“ dies waren, kann sich jeder selbst erdenken – und wer dabei war, sah es unlängst selbst. Wenig harmonisch, uneins, kurios und bisweilen kreativ wurde erneut von anderen entschieden.
Doch auch dies hat den Spielverlauf nicht allein entschieden und darf niemals Ausrede dafür sein, hier und heute bei 14:14 letztmals den Ausgleich erzielt zu haben.
Denn: „Das darf so einfach nicht passieren. Was war da nur los? Weiß jemand was da gerade passierte? Wo waren WIR eigentlich?“ (konstatierte Alex Köszegi verzweifelt in der Kabine, lange nachdem alle längst geduscht waren) 

Lange bleibt jedoch nicht zum hadern und so richtet man rasch den Blick nach vorne.
„Es ist an der Zeit, sich endlich auf eigene Stärken zu besinnen. Die sind doch da?  Sowas wie das, das verstehe ich nicht. Im Kollektiv wie auch jeder einzelne, für sich selbst müssen wir alle jetzt endlich auch mal einen Sturm und Orkan los lassen anstatt immer nur vom Gewitter zu reden… Da waren heute Gegner, Referees, ungewohnte Uhrzeit und mehr. Aber Geschenke gemacht und Punkte liegen lassen haben wir – einzig und alleine. Das haben wir einfach verschenkt und von fehlenden Kräften will ich nichts wissen wenn man 6-12 führt, der Gegner nichts aber auch gar nichts relevantes umstellt und man nur noch mit 11-12 Führung in die Halbzeit geht. Über den Ausfall aller Akteure und unfassbarer 7 geworfener Treffer in Durchgang zwei kann ich jetzt gerade nichts sagen.“ (Jörg Z. unmittelbar nach dem Spiel) 
Zur Prime Time am kommenden Samstag bietet sich umgehend die Chance auf Wiedergutmachung.
Pfullendorf kommt dann in die Münchriedhalle zur DJK. Der Landesliga -Absteiger reist als Große Unbekannte nach Singen. Wichtige Abgänge wie beispielsweise Staudacher sind bekannt. Für eine gesamte Einschätzung genügt dies jedoch nicht. Und unterschätzt wird ab jetzt ohnehin niemand mehr. (bz)