Auswärtscoup in Messkirch – Sieg im Topspiel für DJK SINGEN

Was auf die Gäste zukommen würde, war im Vorfeld bereits klar. Wer auf einen durch die Fasnet geschwächten TV Messkirch spekulierte, wurde spätestens beim warm up belehrt. Kai Zaccharias, Jan Häusler, Christoph Martin und weitere waren motiviert, heiß und willens, das Remis aus dem Hinspiel wett zu machen. Der wohl beste Rückraum der Liga und kraftvoller Power Handball – das würde die Gäste erwarten.

Direkt nach Anpfiff wurde daran kein Zweifel gelassen. Doch womit Messkirch nur schwer zu Recht kam, war die zuletzt immer öfters zu beobachtende Kaltschnäuzigkeit und Cleverness der DJK Singen. Aus einer guten wie intensiven Abwehr heraus konnten Tempogegenstösse und die zweite Welle angerissen werden.

Messkirch wirkte etwas irritiert, versuchte man seitens der Hausherren gerade die anfangsviertelstinde massiv an sich zu reißen. Ohne Blocks, rebounds und keeper wäre das vielleicht auch gelungen. Bei 3:7, 4:8, 5:10, 7:12 und 9:14 spürte allerdings auch der letzte, was an diesem Samstag möglich sein kann. Nervosität war nirgends zu spüren. Eine positive Entwicklung die sich nun erneut auch in der Ferne wiederholt.

Zweifelsohne ist gerade die erste Halbzeit eine ganzheitliche Teamleistung. Vor allem aber Wieland, Wieland und immer wieder Wieland ragte heraus. „Andi“, wie es immer wieder umjubelt aufschrie von der Bank, war maßgeblicher Rückhalt der frühen Führung bis hin zur Pause.

In Zahlen dargestellt wird seine Leistung deutlicher. Bei alleine den frei im Spiel weiter geführten Bällen verzeichnete er satte 10 Paraden. Darunter etliche frei vor dem Gehäuse. Dass er on top starke 3 von 4 Siebenmetern entschärfte – beeindruckend. Irrwitzige 48% bedeutet das inklusive Strafwurfstatistik.

Auch die Abwehr ackerte tapfer und erfolgreich. Ballgewinne im Mittelblock durch Amann, Achatz, Leicher und Co. sorgten zudem für den nötigen Rückhalt.

Mit einer 11:15 Führung ging es die in die Pause. Zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient und vielleicht sogar ein Tor Differenz zu wenig. Die Zeitstrafe gegen die Gastgeber Sekunden vor dem Pausenpfiff könnte wohl wegweisend sein.

Von Beginn an zeigten beide Abwehrreihen, vor allem aber die Hausherren gleichermaßen robust, hart und dynamisch, wie das Spiel entschieden wird heute. Die Dauer dieser hohen Intensität würde irgendwann das Spiel in eine Richtung lenken.

Die Pause kam trotz allem für beide Teams gerade recht. Man fragte sich zu Beginn, wie lange Messkirch diese Dynamik fahren kann und will: später sollte klar werden … DAUERHAFT!

 

Zweite Halbzeit

Erneut 2 Minuten – Achatz muss weichen und Messkirch nutzt diese sich bietenden Chancen zum 13:16. Singen erhöht durch 7-m auf 13:17.

Bei einer starken Abwehraktion muss dann Köszegi schmerzverzerrt und verletzt das Feld verlassen. Der Schock im Team sitzt. Doch die Reaktion folgt mit Frust:

13:18. Die Halle wird wieder etwas ruhiger. Insgesamt erlebte man das Drumherum ohnehin schon „heftiger“ in Meßkirch. Die Nebenschauplätze nehmen dennoch zu und die „Halle nimmt zusehends Fahrt auf“. Nun ist es die Auswärtspsrtie die man erwartete. Emotionen nehmen einen großen Raum ein. Die Schiedsrichter hatten reichlich zu tun. Angenehmerweise wenig mit den beiden Bänken- umso mehr mit der Halle aber vor allem den Akteuren auf der Platte, erledigten aber eine gute Arbeit am Samstag Abend.

Als gegen D.Achatz übel gefoult wird, Referee Korherr unmittelbar danebensteht und direkt Rot verhängt, steht die Halle Kopf. Daniel Achatz war schwer benommen und längere Zeit nicht mehr einsatzbereit. Die verordnete Pause eine weitere Schwächung.

Dass jeder ins kalte Wasser geworfene Spueler heute funktionierte und ablieferte Zeigten nicht nur die Stammkräfte am Kreis wie Partenheimer, Amann und Co. oder Löchle der abermals die volle Spieldauer kämpferisch absolvierte. Eben auch Robin Dittmann ersetzte Achatz und lieferte ab. Das war wichtig. Übernahmen zuvor Lehmann & Co. Verantwortung, blühte Dittmann in Hälfte zwei förmlich auf.

15:20, 17:22… noch hielt der Vorsprung und die Zeit lief für die DJK.

Messkirch tat unnachahmlich dies, was beeindruckte: power Handball und mit wuchtigem Rückraumspiel zum Erfolg marschieren. Gerade das Überzahlspiel, was nun häufiger möglich war gegen die Singener, wurde gut umgesetzt.

Nach dem ersten direkten Anschlusstreffer zum 21:22 drohte der Ausgleich. Beim 23:23 war dies erstmals soweit.

Dass heute jedoch stets die erneute Führung verteidigt wurde, war bezeichnend. Vieles sprach in den Schlussminuten gegen einen Auswärtserfolg der Hegauer und doch glaubte jeder Akteur daran.

Die letzten Spielminuten verdienten dann einen eigenen Spielbericht.

Traf D.Löchle in Minute 57:05 per 7-Meter trotz Torwartberührung des Balls durch Wurfgewalt zum 24-25, so glich abermals der überragende Christoph Martin zum 25:25.

Daniel Achatz fasste sich ein Herz. 25:26 und noch 90 Sekunden zu spielen.

Beide Teams waren hier noch vollzählig. Als dann Amann unverständlich mit einer Zeitstrafe das Feld verlassen musste, vergab zuerst Messkirch per pfostentreffer durch den sonst so sicheren Martin den Ausgleich und im

Gegenzug Lehmann die Vorentscheidung. So kam was kommen musste:

Auszeit Messkirch bei noch 12 Sekunden zu spielen. Messkirch nahm kurz vor Anpfiff noch hastig den Torwart vom Feld zu Gunsten des siebten Feldspielers. Die gesamte Halle forderte dies vehement. Mit Anpfiff waren alle sortiert, 7 Gegen 5 Überzahl. Und doch wurde das Feld eng und enger.

Ein Kompliment wie die endlos wirkenden 12 Sekunden dann zu Ende gearbeitet wurden. Aus DJK Sicht freilich. Aus, vorbei und Auswärtssieg. Die Euphorie wich schnell der kollektiven Erschöpfung.

Betrachtet man die zweite Hälfte und insgesamt die Qualität beider Teams und vorrangig der Gastgeber so wäre abermals ein Unentschieden wie noch im Herbst ein gerechtes Ergebnis.

Schaut man gegensätzlich wie lange die DJK souverän mit bis zu fünf Toren in Front lag, wie man kämpfte und sich Glück auch verdiente, so ist auch der Sieg gerechtfertigt.

Am Ende war es eine Partie mit hohem Unterhaltungswert und zwei starken Teams, die abermals die Frage aufwerfen, wie stark diese Bezirksklasse dieses Jahr ist.

Seitens der DJK freut man sich über einen weiteren Auswärtscoup und den 6. Sieg in Folge.

Die nun bevorstehenden 2,5 – 3 Wochen Pause bis zum nächsten Spitzenspiel in Allensbach kommen gerade recht.

Die Vorbereitung wie auch der Spannungsaufbau werden sicher in moderater Steigerung erfolgen. Auch Regeneration gehört nun zum Pflichtprogramm.

Das verdeutlichten die erschöpften aber glücklichen Gesichter im Messkircher Kabinentrakt. (bz)

Nächster Einsatz: SG Allen/Dett – DJK Singen 21.03.2020 um 19:45 Uhr

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