H1 mit Auswärtssieg am Obersee

Wie schon in der Vergangenheit scheinen die Überlinger Stadtwerke wenig Interesse zu haben, Samstagabend für annehmbare Temperaturen zu sorgen, um adäquat Sport treiben zu können. Hier ist auch die Heimmannschaft nicht zu beneiden. 

Diesen Umständen sowie der fehlenden Leistunsträger Köszegi, Achatz, Krug, Stehle, Dietmann oder Dickgießer zum Trotz, kann man sich in der aktuellen Saison auf den großen Kader verlassen. Ebenfalls mangelt es nicht an guter Stimmung und Punkte – Hunger, was einen großartigen Start beflügelte. 

Eine frühzeitige 0:3 Führung konnte optimal ausgebaut werden. Forster kam top in Schwung. Von einem guten 2:5 ging es im Verlauf auf 3:7 und 5:10 bis hin zu einer souveränen 6:12 Führung. Die Spielfreude sorgte für Begeisterung, die Konsequenz im Abschluss war endlich so wie gewünscht. Lehmann zog die Fäden nicht nur hier sehr stark sondern setzte in tollem Spielverständnis mit Niklas Schmidt die Kreisläufer oder Halben ein. 

Was vorne jedoch erfreute, schien in der Defensive für Nachlässigkeit zu sorgen. Was eben Kraft kostet und Arbeit bedeutet schien nicht optimal abgerufen zu werden. War es zu verführerisch die Toreflut so mitzunehmen und ohne letzten Einsatz deutlich zu führen? 

„Dass es nach einer 10:16 Führung so knapp wird, ist völlig unnötig“, ärgerte sich Bernd Zimmermann mehr als ein mal lautstark im Spiel. Kein Wunder. Unzählige Durchbrüche führten zu Strafwürfen oder direkten Gegentoren. 

Grund war eine Viertelstunde zahlreicher Torerfolge mit offenem Visier und einem dann ungewöhnlichen Pausenstand von 18:20. 

Die Kabinenansprache schien hier und da zu greifen. So richtig wurde der Abwehrschalter aber erst später umgekehrt. Denn die Achse Rattke / Heitkamp allen voran konnte einfach nur viel zu selten gestoppt werden. Erst Leicher / Amann schafften es spät für Ordnung und mehr Aggressivität zu sorgen. 

Vor allem in der Crunch Time war dies der nötige Schlüssel. Aufgrund des bis dahin stets knappen und umkämpften Spielstands fand diese spielentscheidende Phase ab der ca. 40. bis zur ca. 50. Minute statt. Und hier war die so lange vermisste Powerphase zu spüren. 

Eine doppelte Unterzahl anfangs der “40er Minuten” führte zum ersehnten Aufbäumen. Hier zog man über 22:26 auf 24:29 davon und legte den Grundstein für den Erfolg. Vor allem wieder Amann brachte in dieser Phase die nötige Ruhe und Erfahrung aufs Parkett, als man eben mit 4 gegen 6 nicht schadlos die Zeit überstand sondern die Phase sogar deutlich für sich entscheiden konnte. 

Ob Partenheimer, Löchle oder Weitz – Man legte mit souveräner Wurfquote die Basis. Das ist sicher der große Pluspunkt des heutigen Abends. Letzterer (Weitz) steuerte gar 9 Treffer bei. 

Von 29:33 in der 55. Minute wurde es zwar auf dem Papier nochmals knapp und seitens Überlingen verständlicherweise auch etwas hektisch nach dem Anschluss zum 31:33. 

Die hiernach entspannt geführte Auszeit von Zimmermann/Steinhäusler kam jedoch nicht nur zum richtigen Zeitpunkt,  sondern auch mit der optimalen Ruhe in der Ansprache. 

Zwar ging die erste Aktion danach noch verloren. Doch nach einer wichtigen Parade von der Außen/Halbposition durch Bernd Z. vollstreckte in der Umkehr Dennis Löchle zur Vorentscheidung und dem 34. Treffer. 

Der Endstand und Auswärtserfolg der Singener mit 32:34 war über den gesamten Abend hinweg betrachtet mehr als verdient, was die starke Leistung der Überlinger jedoch nicht schmälern soll. 

Ein für die Referees angenehmes Niveau wurde zudem insgesamt gut geleitet. Das Match wurde von allen Akteuren im Nachgang gemeinsam analysiert und sich gegenseitig Respekt gezollt. Sport wie er sein soll. Hart aber fair. 

Überlingen war geschlagen und die DJK Akteure scheinen grinsend Gefallen zu finden am Thema „Punkte in der Fremde“. 

Jörg Zimmermann:„Wir müssen auswärts jeden Punkt mitnehmen, jeden Erfolg hart erarbeiten und haben dies heute getan. Wir sind noch lange nicht derart souverän, dass wir solche Spiele und Aufgaben einfach mit links runter reiten können. Man denke nur an letztes Jahr, als wir beide Spiele in selbiger Halle noch verloren. Die Aufstellung war natürlich heute eine andere, der Kader breiter gefüllt, gestärkt, und dennoch auch heute erneut bei weitem nicht vollzählig. Die Neuen wirken allmählich aber nicht mehr wie solche. Hier wächst was starkes!“ 

Markus Steinhäusler ergänzt energisch:

„Heute kannst du jeden fragen: die Erleichterung überwiegt. Ja! Und Ja: Ich bin stolz auf zwei weitere wichtige Auswärtspunkte. Weil wir solche Dinger nach Hause bringen. Jetzt aber bin ich einfach mal erleichtert. Nicht mehr, nicht weniger. Vorne hui, hinten phasenweise Pfui. So ist das, wenn du im Kopf schon wieder vorne bist, bevor der Ball gewonnen wurde. 

Gut, dass auf das Torhütergespann hinten ebenso Verlass ist wie auf Erfahrene Recken wie ‚de Leicher oder Ämsky‘. Andererseits war das ja auch nicht Ohne heute. Überlingen mit Drahtzieher TIM RATTKE muss man einfach immer auch wieder Respekt zollen. Die holen da plötzlich das Maximum raus. Und den Heitkamp – den stoppst halt nicht, wenn er den Ball schon hat. Im Rückspiel wissen wir es besser.“ 

Im obligatorischen Spieler-Kreis nach Abpfiff konnte rasch gelacht werden. Eine Teamleistung wie es auch die breite Torverteilung auf den gesamten Kader beweist. 

„Und Am Rest… daran arbeiten wir kommende Woche. Aber jetzt zählt erst mal der 2. Auswärtssieg in Folge“, fügt Jörg Zimmermann leicht schmunzelnd final hinzu. 

Mit nun hart verdienten 7:3 Punkten und unmittelbarem Kontakt zum Spitzenduo Allensbach und Messkirch geht es in die Regeneration bis Dienstag um dann volle Konzentration Richtung Top Spiel zu richten. Durch einen

Erfolg würde man mit dem Kontrahenten Allensbach gleichziehen. Beste Voraussetzungen für einen heißen Handball – Thriller. 

Anpfiff ist übrigens nicht am Samstag sondern wie bereits erwähnt am 17.11.2019, Sonntag Nachmittag um 17:00 Uhr in der Singener Münchriedhalle.  (bz)

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